Herzlich Willkommen beim Musikverein Freiburg - St. Georgen e.V.
 Herzlich Willkommen    beim Musikverein Freiburg - St. Georgen e.V.

Fest verankert, doch ohne feste Bleibe

24. April 2013 Badische Zeitung

 

VEREINT IM VEREIN: Der Musikverein St. Georgen hat viele engagierte
Mitglieder, aber keinen dauerhaften Ort zum Proben.


ST. GEORGEN. Jedes Mal, wenn sie kommen, müssen die Mitglieder des
Musikvereins St. Georgen alles, was sie dringend brauchen, neu aufbauen: meist in
der Waldorfschule St. Georgen, manchmal aber auch in Pfarrei-Räumen. Eine feste
Ausstattung ist da nicht drin – keine Stereoanlage, kein Klavier, kein Beamer. Umso
mehr wünschen sich die Musikerinnen und Musiker endlich einen Ort zum Bleiben.
Es dauert, bis sie ihren Marsch "Arsenal" von Jan vaan de Roost zum ersten Mal
ohne Unterbrechung spielen. Zuerst lässt der Dirigent Christoph Breithack die mehr
als 50 Menschen im Halbkreis vor ihm immer nur kurze Stücke spielen. Die
Schlagzeuger, die Holzbläser, die Blechbläser – mal einzeln, mal kombiniert.
Manchmal schnippt er mit den Fingern den Takt mit. Und immer gibt er sehr
konkrete Anweisungen: "Die Trompeten sollen bitte darauf achten, ob ihr F stimmt"
– "die Hörner klingen sehr schön, prima!"
Im Saal der Waldorfschule ist’s zwar schön, doch manchmal müssen die Musiker
ausweichen.
Und dann ist es irgendwann doch soweit, dass alle zusammen das ganze Stück ohne
Unterbrechungen spielen. Lautere und leisere Szenen wechseln sich ab, der große
Saal der Waldorfschule ist voller Musik. Früher hat der Musikverein im Theodor-
Heuss-Gymnasium geprobt, mit dem Bauen und dem Umzug in Container dort
fingen die Diskussionen an: Wo könnte sich eine neue Heimat finden? Genau wie
andere St. Georgener Vereine wünschen sich die Musiker ein Vereinshaus , in dem
alle feste Räume finden können. Zurzeit wird auf den Ausbau der "Stube" gesetzt –
und gehofft.
Auch sonst ist der Musikverein eng mit den anderen Vereinen in der eher dörflichen
Struktur St. Georgens verbunden. Ganz besonders bei den Jahreshöhepunkten, die
alle gemeinsam gestalten: Wendlinger Hock, St.-Georgs-Prozession, Volkstrauertag,
vor allem aber das Weinfest. Für die Musiker ist das Weinfest eine wichtige
Möglichkeit, ihre Finanzen zu verbessern. Regelmäßig haben sie einen der größten
Stände mit Live-Musik am Kastanienplatz, alle kommen und bringen auch noch
Angehörige mit, um beim Grillen und Verkaufen zu helfen.
Stefan Kraus war selbst in den Zeiten beim Weinfest ununterbrochen mit dabei, als
er mit dem Musizieren Pause gemacht hat. Er wurde quasi in den Musikverein
hineingeboren, seine Eltern nahmen ihn schon als Baby mit in die Proben. Er fing mit
Flügelhorn an, inzwischen ist er 42 Jahre alt und spielt Tenorhorn. Diese
selbstverständliche Zugehörigkeit gibt’s bei vielen hier. Auch Christoph Ehret (37)
stammt aus einer jener fest verwurzelten Familien, in denen es irgendwann heißt:
"Fußball oder Musikverein?" So kam er vor 25 Jahren zur Klarinette.
Dass Kinder ein Instrument lernen und dauerhaft bleiben, ist nicht mehr so
selbstverständlich wie früher. "Die Jugendarbeit leidet unter dem G 8", bilanziert
Christopher Ehret – das übliche Vereinsproblem. Doch etwa die Hälfte der jungen
Einsteiger tritt irgendwann in die "große Kapelle" ein. Gespielt wird alles, von
Märschen bei Geburtstagsständchen bis zur symphonischen Blasmusik, am
anspruchsvollsten wird’s beim Jahreskonzert im Dezember. Das Sommerkonzert
(diesmal am 29. Juni) ist lockerer, jugendlicher, diesmal mit Rock-Cover-Musik.


MUSIKVEREIN ST. GEORGEN
Gegründet: 1905.
Mitglieder: rund 650, davon 120 aktiv (60 in der "großen Kapelle", rund 25 in der
Jugendkapelle, rund 35 Kinder und Jugendliche im Unterricht).
Angebot: Unterricht für rund zehn Instrumente, Auftritte, Kontakte mit
Küsnacht/Schweiz und St. Kathrein/Steiermark.
Beitrag: 15 Euro/Jahr, Unterricht je nach Instrument zwischen 45 und 60
Euro/Monat für 30 Minuten/ Woche.
Kontakt: http://www.mv-fr-st-georgen.de 0761/29082911

Autor: Anja Bochtler

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Musikverein Freiburg St. Georgen

Erstellt mit 1&1 MyWebsite.